Testbericht “UP! Plus” Einsteiger FDM/FFM 3D Drucker

02Jul13

UP! Plus 3D DruckerEine Woche lang konnte ich den “UP! Plus” einem ausführlichen Test unterziehen und im Praxisalltag einsetzen. Der Consumer FDM/FFM 3D Drucker UP! Plus wird von der Firma Delta Micro Factory, besser bekannt unter dem Namen PP3DP, einem Chinesischen Hersteller produziert und vertrieben. Das Mutterhaus von PP3DP ist die Beijing TierTime Technology Co. Ltd, die u.a. auch FDM/FFM Drucker für die Industrie herstellt. Übrigens wird der UP! Plus in den USA momentan noch unter dem Brand “Afinia H-Series” vertrieben. Er hatte ein paar kleinere Modifikationen, um den Amerikanischen Behörden (FCC etc.) zu genügen. Inzwischen sind der UP! Plus und der Afinia aber völlig identisch. PP3DP unterstützt auch die für Microsoft Windows 8.1. angekündigte Integration von 3D Druck Software / Support.

Der schwere und stabile Aufbau des UP! Plus (Metallgehäuse und Metallprofile) ist ein beruhigender erster Eindruck, der sich auch später weiter bestätigt. Ausser der Halterung für die ABS Rolle, muss nichts weiter zusammengeschraubt werden. Das Einführen des ABS Filaments in den Druckkopf verläuft äusserst einfach. Alle Komponenten sind sehr solide verarbeitet. Neben den Anschlusskabeln werden noch eine Zange, Messer, Handschuhe, ein Spachtel zum Lösen der Drucke von der Plattform, drei wechselbare Druckplatten und 700g ABS Filament mitgeliefert (PLA kann auch gedruckt werden). Alles, was es zum Glück des 3D Druckers braucht.

Printed parts with UP! Plus 3D PrinterNach Überfliegen der 10-seitigen Kurzanleitung und Installation der Drucksoftware (Win 7, Vista, Mac OS X) geht es bereits 30 Minuten später los. Die Einstellungen für den Druck sind einfach und verständlich. Wer mag, kann diverse Parameter eine Ebene tiefer einstellen. Ich wähle den “normal” Modus und drucke ein Schraube und Mutter in 0.1 mm Schichten.

Positiv fällt mir sofort auf, wie leise der UP! Plus druckt. Vom Geräuschpegel her vergleichbar mit einem Tintenstrahldrucker.

Und die Qualität des Druckes ist auch sehr gut. Die Teile sind präzise gedruckt, kein Stringing und wenige Blobs. Jede Schicht sitzt perfekt auf der anderen. Nur das Ablösen von der beheizten Plattform stellt sich als  Herausforderung dar. Mit Hilfe des Spachtels und eines Messers gelingt es mir schliesslich (bei zwei weiteren Versuchen fliesst Blut, aber dazu keine Details…).

up_plus_printed_whistleWeitere Testdrucke gelingen auch einwandfrei (s. Beispiel Ersatzteil für eine Flöte). Der UP! Plus läuft sehr zuverlässig. Einzig beim Drucken von hohlen Gegenständen, wie z.B. einer Trillerpfeife gelang mir der Druck nicht. Trotz aller Bemühungen und Recherchen fand ich keine Option, um das Objekt ohne innen liegende Stützstruktur zu drucken (s. Foto), was für die geschlossene Pfeife erforderlich gewesen wäre. Vielleicht gibt es doch diese Option, nur habe ich sie noch nicht gefunden. Im Vergleich hierzu gibt es z.B. bei der Drucksoftware Cura für den Ultimaker/RepRap mehr Einstellmöglichkeiten, die den Druck solch eines Objektes leicht ermöglichen.

Zusammengefasst meine Eindrücke:

  • + leicht zu bedienen
  • + stabil
  • + zuverlässig
  • + sehr leise
  • + präzise Druckergebnisse (und Schichten von 0.15 – 0.4 mm)
  • + beheizte Druckplattform (gegen Verziehen z.B. von Drucken mit ABS)
  • - wenig Einstelloptionen (z.B. für Druck hohler Objekte, Temperatur)
  • - schwierig zu lösende Objekte nach Druck
  • - relativ kleiner Bauraum (max. 140 (B) x 135 (H) x 140 (T) mm)
  • - relativ langsam (3-30mm3; Ultimaker ca. doppelt so schnell)

Ersatzteil für Flöte 3D gedrucktWer einen einfach zu bedienenden Einstiegs-3D-Drucker sucht, ist meines Erachtens mit dem UP! Plus sehr gut bedient. Interessenten können das Gerät hier für 1’649 CHF direkt bestellen (inkl. MwSt und Versandkosten innerhalb der Schweiz).

Zu guter letzt ist noch zu erwähnen, dass der UP! Plus bzw. Afinia H-Series in einem grossen Vergleichstest von Consumer 3D Druckern des Make Magazins letztes Jahr sehr gut abgeschnitten hat:

Easy to use, with feature-rich software and impressive print quality… It’s a surprising little performer that’s ideal for beginners.



9 Responses to “Testbericht “UP! Plus” Einsteiger FDM/FFM 3D Drucker”

  1. 1 bs

    Ein Schnäppchen ist der Drucker aber dennoch nicht. Da scheint der Makibox A6 mit $200 günstiger

  2. 2 Jochen H.

    Er ist nicht der günstigste, das stimmt. Dafür ist er ready-to-use und verfügbar. Den A6 gibt es meines Wissens nach noch nicht. Ich kenne auch noch keinen Anwender oder unabhängigen Testbericht. Es gibt ca. 120 verschiedene Consumer 3D Drucker im Segment 300-1800 US$, doch nach meinen Erfahrungen, auch mit anderen Geräten, ist das Preis-/Leistungsverhältnis des UP! Plus sehr gut. Für einen objektiven Vergleich würde ich alle Werte wie Bauraumgrösse, Geschwindigkeit, Software etc. heranziehen.

  3. 3 bs

    “Den A6 gibt es meines Wissens nach noch nicht.” Gut zu Wissen. Ich habe ihn auch nur im Netz gefunden. Hätte natürlich interesse an einem Test, da der A6 noch im Bereich “das Gadget kann man mal Testen” liegt

  4. Es ist trotz alldem eine Wahnsinns Technik, die dahinter steckt, ich weiß nur noch nicht ob für solch einen Drucker sich ein Markt erschließen wird

  5. Meiner Meinung nach bekommt man für diesen Geld ein besseres Geraet mit einer höheren Auflösung/kleinere Schichthöhe. Der kleine Up und der Cube sind ja Spielzeuge, dafür sind die aber sozusagen ziemlich teuer…

    • 6 Jochen H.

      Welches Gerät findest Du empfehlenswert oder ist besser zu diesem Preis? Inzwischen gibt es ja recht viel verschiedene 3D Drucker in diesem Preissegment.

  6. Danke für den tollen Blog :) Bin schon andauernd am überlegen, ob ich mir so einen 3D Drucker anschaffe.


  1. 1 Externer Test des "UP! Plus" 3D Druckers | FabMo
  2. 2 Testbericht “UP! Plus” Einsteiger FDM/FFM 3D Drucker | Drucksacheneinkauf.com

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