Ergebnisse der ersten Studie der 3D Druck (Consumer) Community

21Jun12

Ende Mai 2012 wurden die Ergebnisse der ersten Umfrage unter der 3D Druck Community (Developers, early Adopters, End Users) von Peerproduction.net publiziert, die regelmässig Umfragen in der DIY Community durchführen.

Die Umfrage fand Anfang 2012 statt. Teilgenommen haben 358 Teilnehmer. Angesprochen waren

1) Personen, die selbst einen 3D Drucker im Einsatz haben
2) Personen, die 3D Drucker und Software im 3D Druck Umfeld entwickeln

User der ersten Gruppe nutzen oftmals auch 3D Druck Services wie Shapeways oder Ponoko, d.h. sie kaufen oder drucken Modelle. Die Ersteller dieser Modelle sind zugleich wiederum Teil der ersten Gruppe. Teilnehmer der zweiten Gruppe, technische Entwickler, tragen zur 3D Druck Community durch Software und Hardware bei. Somit repräsentiert die Umfrage hier in erster Linie Anwender ausserhalb des Profisegments, die sehr aktiv im 3D Druck Umfeld sind und u.a. viel in Foren, Blogs, Twitter etc. zum Thema beisteuern.

Einige der m.E. interessantesten Ergebnisse

  • Seit 2005 steigt die Anzahl der User kontinuierlich stark an, die 3D Drucker / 3D Services nutzen. Ab 2007 mit Beginn der RepRap Initiative vermehrt.
  • Hauptanwendungsgebiete 3D Druck:
    1. Funktionale Modelle
    2. Künstlerische / Design Teile
    3. Ersatzteile
  • Hauptnutzer von 3D Druck Services wie Shapeways, Ponoko oder iMaterialise (in dieser Reihenfolge) arbeiten ausserhalb der 3D Druck Industrie. Die Services werden in Anspruch genommen um 1) qualitativ gute Ergebnisse zu erhalten 2) diese Services einfach nur auszuprobieren. Dies zeigt, dass wir uns hier noch in einer sehr frühen Phase befinden.
  • Meist gewünschte Features für die Zukunft:
    1. Bessere Qualität der gedruckten Objekte
    2. Schneller Drucke
    3. Billigeres Material
    4. Metall als Druckmaterial
  • Hauptprobleme / Herausforderungen heute im 3D Druck:
    • Geringe Materialauswahl für Consumer Drucker (meist PLA, ABS u.ä.)
    • Unzureichende / wenig konstante Qualität der Druckmaterialien
    • Mangelnde Benutzerfreundlichkeit, kein Plug&Play, noch nicht tauglich für eine breitere Anwendergruppe (nicht nur in Bezug auf die Drucker selbst, sondern in Bezug auf den ganzen Druckprozess)
    • Druck Software (noch schwer zu verstehen, hoher Lernaufwand, Usability)
    • 3D Modelle (zu wenig Auswahl; teilweise inkonsistente Qualität)
    • 3D Modellierung (hoher Lernaufwand, teilweise mehrere einzelne Programme erforderlich, um bestimmte gewünschte 3D Modelle zu erstellen)

Zusammenfassend hebt die Studie die sehr frühe Phase des 3D Druck Consumer Segments hervor. Vieles im ganzen 3D Druck „Ökosystem“ steckt noch in den Kinderschuhen. Die oben erwähnten Herausforderungen wirken sich derzeit bremsend auf eine Verbreitung von 3D Druck in breiteren Bevölkerungsschichten aus. Meines Erachtens muss aber auch explizit erwähnt werden, dass sehr viele Teilnehmer der heutigen 3D Druck Community freiwillig / in ihrer Freizeit sehr stark zur Weiterentwicklung der Hard- und Software beitragen.

Die vorhandenen Schwierigkeiten und Hürden eröffnen sehr viele Chancen für Entrepreneure im 3D Druck Bereich.

Die kompletten Umfrageergebnisse sind öffentlich und kostenlos: Manufacturing in motion: first survey on 3D printing community. Für eigene Auswertungen werden sogar die Rohdaten zur Verfügung gestellt.



One Response to “Ergebnisse der ersten Studie der 3D Druck (Consumer) Community”


  1. 1 Umfrageergebnisse 2013 der 3D-Druck Community | 3D Printing Blog

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