Praxisbeispiel 3D Druck – Vom Bedürfnis bis zur Lösung in einem Tag

17Aug12

The time from concept to actual product is condensed from years to a matter of days.
(Peter Weijmarshausen, CEO Shapeways)

Der Traum eines jeden Hobbybastlers oder Produktdesigners wird dank den 3D Druck Technologien wahr. Innerhalb weniger Stunden kann man das Objekt in den Händen halten, das kurz zuvor noch eine reine Idee oder ein grober Entwurf war.

Kürzlich kam ein Freund mit dem Problem zu mir, dass er gerne für seine Philips Ambilight Fernbedienung eine Wandhalterung haben möchte, damit sie nicht irgendwo verlorengeht. Doch so etwas gibt es schlichtweg nicht am Markt.

Wir überlegten uns mögliche Designs für so eine Wandhalterung. Wichtig war, die individuellen Wünsche mit in den Entwurf einfliessen zu lassen.

Nachfolgend die einzelnen Schritte von der Idee bis zum fertigen Produkt:

1) Brainstorming und skizzierte Varianten (1 Std):

Aus drei Optionen entschieden wir uns für ein schlichtes Design, in welches die Fernbedienung einfach eingesetzt und herausgenommen werden kann:

2) Erstellung eines groben Modells mit Modelliermasse (30 Min.):

Mit der Modelliermasse DAS, die nach ein paar Stunden trocknet, erstellte ich ein Modell, das in etwa den gewünschten Massen entsprach. Die Kuhle für die Fernbedienung zeigte gut auf, wie tief und in welchem Winkel die Fernbedienung in der Halterung stehen muss, damit sie nicht umfällt.

3) 3D Modellierung mit dem kostenlosen, browser-basierten CAD Tool Tinkercad (2 Std):

Vom in Schritt 2) modellierten Teil erfasste ich die verschiedenen Masse und erstellte in Tinkercad ein erstes CAD Modell.

4) Entwurfsdruck des CAD Modells auf dem Ultimaker 3D Drucker (1 Std):

Das erste CAD Modell druckte ich im Entwurfsmodus mit 0.35 mm Schichthöhe. Die Passgenauigkeit war schon sehr gut, nur noch leichte Anpassungen waren danach erforderlich.

5) Design und Druck finale Version (4 Std):

Zwei weitere Anpassungen am CAD Modell mit erneutem 3D Druck führten zur gewünschten Genauigkeit. Zusätzlich ergänzte ich die gewünschte persönliche Beschriftung und Löcher zum Anschrauben an die Wand. Fertig!

3D Druck mit dem Ultimaker

Fazit:

  • Zeitaufwand: ca. 1 Tag
  • Materialkosten: ca. 3€
  • Kundenzufriedenheit: 10

Das geniale ist, dieses Modell kann nun on-demand mit minimalstem Aufwand erneut produziert und auf Wunsch auch individuell angepasst werden. Dazu kommen noch Optionen, die Halterung nicht nur in dem Kunststoff PLA (wie in diesem Beispiel), sondern über einen professionellen Dienstleister mit höchster Qualität, in anderen Farben oder Materialien (z.B. in Stahl, Bronze, Silber,…) einmalig oder mehrfach produzieren zu lassen. Einziger Wehrmutstropfen dabei: Etwas höhere Kosten und längere Lieferzeiten.



2 Responses to “Praxisbeispiel 3D Druck – Vom Bedürfnis bis zur Lösung in einem Tag”

  1. Danke für diesen anschaulichen Bericht! Ich glaube, irgendwann muss ich mir auch mal einen 3D-Drucker zulegen…

  2. Ein schönes Beispiel für die Möglichkeiten des 3D-Druck. Besonders spannend finde ich, dass Teil dann auch mal in anderen Materialien zu drucken🙂


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