Gründe in 3D Druck einzusteigen

17Mai13

“Early Adopters of 3D Printing Technology Could Gain an Innovation Advantage Over Rivals” (Gartner Inc. Apr. 2013)

Ein Einstieg in 3D Druck ist meines Erachtens nicht nur aufgrund der -teils überzogen beschriebenen – Möglichkeiten und Vorteile lohnenswert, sondern auch aufgrund einiger anderer Faktoren. Die sehr intensive Berichterstattung (16’000 Artikel zu 3D Druck in 2012, 10 mal mehr als im Vorjahr) lässt den Eindruck erwecken, dass 3D Druck schon weit verbreitet und einfach in der Anwendung ist. Doch dem ist bei weitem nicht so. Im Consumer Segment gibt es gerade einmal ca. 70 – 90’000 Geräte weltweit, im industriellen Bereich ca. 40’000 Maschinen (grobe Schätzung auf Basis div. Quellen). Ausserhalb der Fortune 500 Firmen, setzen nur wenige Firmen diese Technologien ein.

3D Druck im Technology Adoption Lifecycle


Und 3D Druck steckt immer noch in den Kinderschuhen. Der gesamte Workflow im Einsteigersegment von Design bis zum 3D Druck ist zwar in den letzten Jahren durch einfachere CAD Programme, mehr Rechenpower, bessere Software und neue Services erheblich leichter geworden, aber von Plug & Play kann noch keine Rede sein. Es ist mit der Situation des PCs Mitte der 80er Jahre vergleichbar, wenige Anwendungen, teilweise teuer, die Frage nach dem Nutzen etc. Doch gerade diese Situation bietet enorme Chancen auch für Neu- und Quereinsteiger. Folgende Gründe sprechen dafür, jetzt ins Thema einzusteigen und sich damit intensiver auseinanderzusetzen:

  • Innovationsvorsprung verschaffen
  • Phase zum Experimentieren, Mitgestalten
  • Chancen für neue Businessmodelle / Risiken für bestehende Geschäftsmodelle
  • Geringe Einstiegshürden
  • Geringe Investitions- und Folgekosten
  • Einzelteile ökonomisch
  • Riesiges online Informationsangebot
  • Passionierte 3D Community

Wir erleben zur Zeit im unteren Preissegment bis ca. 20’000€  eine Phase der Innovationen, die in erster Linie von den Enthusiasten, Bastlern, Hackern, der Open-Source Community und den Early Adopters getrieben wird, nicht von der Industrie. Noch ist nicht klar, in welche Richtung es gehen wird, ganz verschiedene Möglichkeiten stehen offen. Visionäre und neue technische Entwicklungen lassen erahnen, was uns in Zukunft erwarten könnte. Neue Geschäftsmodelle und Services wie 3D Modellmarktplätze tauchen auf, müssen sich aber erst noch beweisen.

Für eine weitere Verbreitung müssen aber auch einige offene Fragen geklärt werden. Dazu zählen einheitliche Copyright Reglungen. Das Scannen und Kopieren von Kunstgegenständen, Plastiken oder anderen geschützten Designs via 3D Druck sind immer leichter möglich. Auch muss international geklärt werden, wie mit der Bereitstellung von digitalen Modellen und der Produktion unerwünschter Produkte (z.B. Skimming-Teile zur Manipulation von Geldautomaten oder zur Herstellung von Waffen) umgegangen werden soll. Erst vor ein paar Tagen hat die US Regierung eine Initiative gestoppt, 3D Modelle von Waffenteilen jedem zugänglich zu machen.). Ein weiterer Punkt sind fehlende Standards (z.B. bzgl. Qualität Material, gedruckte Produkte, etc). Niemand prüft oder garantiert, dass bspw. ein 3D gedrucktes Ersatzteil, seinem Einsatzzweck entsprechend, genügend stabil ist.



2 Responses to “Gründe in 3D Druck einzusteigen”

  1. 1 Mike

    Hallo,

    danke für den interessanten Beitrag. Kannst Du vielleicht ein paar Quellen nennen, aus denen die Zahlen zur Verbreitung von 3D-Druck stammen. Bin da nämlich auch gerade auf der Suche und die Datenlage ist hier recht dünn.

    Danke und Gruß,
    Mike


  1. 1 Links #7 | Björn Salgert

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